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Wie Sie biologisch abbaubares Spülmittel fürs Camping selber machen

Drei Zutaten, ein paar Minuten am Kocher – und einige Situationen, in denen ein fertiges Mittel die bessere Wahl ist. Eine Entscheidungshilfe mit Mengen, Haltbarkeit und Blick auf hartes Wasser.

Von Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

Glasflasche mit selbst gemischtem Spülmittel neben Kernseife, Natron und einem Stück Schwamm auf einer Camping-Arbeitsfläche
Selbst gemischtes Spülmittel aus Kernseife, Natron und Wasser reicht für viele Abwaschgänge – die Flasche sollte sauber und dicht sein.

Kurz gesagt

Für die meisten Camping-Situationen reicht ein Spülmittel aus Kernseife, Natron und Wasser: 10 bis 15 Gramm fein geraspelte Kernseife in heißem Wasser auflösen, 3 bis 4 Teelöffel Natron unterrühren und abfüllen. Wer nur wenig Geschirr spült, empfindliche Haut hat oder unterwegs nicht kochen möchte, ist mit einem fertigen Spülmittel besser dran.

  • Für etwa 550 Milliliter Spülmittel nennt Smarticular 10 bis 15 Gramm Kernseife, 3 bis 4 Teelöffel Natron und Wasser.
  • Öko-Test nennt Natron und Zitronensäure als biologisch abbaubar; ob ein Gemisch umweltverträglich ist, hängt von allen Zutaten ab.
  • Soda reinigt schärfer als Natron und ist laut Smarticular nur mit Küchenhandschuhen zu empfehlen.
  • Bei hartem Wasser hilft mehr Natron, weil es das Wasser weicher macht und Kalkrückstände verringert.
  • Auch selbst gemachtes Spülwasser gehört im Wohnmobil in den Grauwassertank und nicht in die Natur.

Spülmittel fürs Camping lässt sich mit drei Zutaten herstellen, die in vielen Campingküchen ohnehin stehen: Kernseife, Natron und Wasser. Ob sich das für Ihre Tour lohnt, hängt weniger am Rezept als an drei Fragen: Wie viel Geschirr spülen Sie, wie hart ist das Wasser am Standplatz, und können Sie unterwegs Wasser abkochen? Dieser Ratgeber stellt die Varianten nebeneinander und ordnet sie am Ende typischen Camping-Situationen zu. Fertige Mittel finden Sie in der Themenwelt Spülmittel & Reiniger.

Was biologisch abbaubar beim Spülmittel bedeutet

Der Hinweis „biologisch abbaubar“ beschreibt, wie schnell sich Inhaltsstoffe im Abwasser zersetzen – nicht, ob ein Mittel insgesamt unbedenklich ist. Öko-Test nennt als problematische Bestandteile konventioneller Reiniger unter anderem Tenside, Phosphate, Biozide und Lösemittel, die das Abwasser belasten können. Im selben Beitrag weist die Redaktion darauf hin, dass Hausmittel wie Natron und Zitronensäure biologisch abbaubar sind und viele Fertigprodukte ersetzen können. Für ein selbst gemischtes Spülmittel heißt das: Die Hauptzutaten sind unproblematisch, über Duftstoffe entscheiden Sie selbst.

Vier Optionen: vom Drei-Zutaten-Rezept bis zum fertigen Mittel

Für das Spülen ohne feste Spüle haben sich vier Wege eingebürgert. Sie unterscheiden sich weniger in der Reinigungswirkung als in Aufwand, Haltbarkeit und darin, wie viel Sie unterwegs vorbereiten müssen.

Vier Wege zum Spülmittel beim Camping – Kriterien im Überblick
VarianteZutatenAufwandGeeignet für
Kernseife und Natron, gekochtKernseife, Natron, Wasser, optional ätherisches ÖlSeife raspeln, Wasser erhitzen, rühren, abfüllenlängere Touren mit regelmäßigem Abwasch
Kernseife und SodaKernseife, Soda, Wasserwie oben, die Mischung wirkt schärferstark fettiges Geschirr, nur mit Handschuhen
Fertiges Spülmittelkeine eigene MischungFlasche kaufen oder nachfüllenkurze Trips, empfindliche Haut
Seifenstück direktKernseife am StückkeinerWochenendtouren mit wenig Geschirr

Kernseife und Natron: das Rezept mit drei Zutaten

Das verbreitetste Rezept kommt mit drei Zutaten aus. Für etwa 550 Milliliter Spülmittel nennt Smarticular 10 bis 15 Gramm geriebene Kernseife, 3 bis 4 Teelöffel Natron und Wasser; ein ätherisches Öl ist optional. Öko-Test beschreibt eine kleinere Portion mit 20 Gramm Kernseife, 200 Milliliter heißem Wasser und einem Esslöffel Natron. Die Unterschiede widersprechen sich nicht, sie ergeben schlicht verschiedene Mengen.

Mengen für selbst gemachtes Spülmittel – Werte nach Öko-Test und Smarticular
ZutatVariante nach Öko-TestVariante nach Smarticular
Kernseife20 Gramm, fein geraspelt10 bis 15 Gramm, fein geraspelt
Wasser200 Milliliter, heißso viel, dass die Mischung etwa 550 Milliliter ergibt
Natron1 Esslöffel3 bis 4 Teelöffel, bei hartem Wasser eher mehr
Ätherisches Ölnicht vorgesehenoptional 10 bis 20 Tropfen
Ergibteine kleine Portion zum direkten Gebrauchetwa 550 Milliliter

So setzen Sie die Mischung an

  1. Wasser erhitzen

    Erhitzen Sie so viel Wasser, dass die Mischung am Ende etwa 550 Milliliter ergibt, und lassen Sie es kurz aufkochen.

  2. Seife einrühren

    Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie 10 bis 15 Gramm fein geraspelte Kernseife mit dem Schneebesen ein, bis sie sich vollständig gelöst hat.

  3. Abkühlen und rühren

    Lassen Sie die Mischung abkühlen und rühren Sie dabei mehrmals kräftig, damit sie gleichmäßig geliert.

  4. Konsistenz prüfen

    Ist die Masse zu fest, geben Sie etwas Wasser dazu; ist sie zu dünn, mehr Seifenraspel.

  5. Natron und Duft zugeben

    Rühren Sie 3 bis 4 Teelöffel Natron ein, bei hartem Wasser die obere Menge. Optional folgen 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl.

  6. Abfüllen

    Füllen Sie das Spülmittel in eine saubere Flasche, gut geeignet ist die leere Flasche vom alten Spülmittel. Für unterwegs hilft ein Spender mit Dosierung.

Die Seifenbasis lässt sich variieren: Ein weiteres Camping-Rezept arbeitet mit Aleppo-Seife statt Kernseife und ebenfalls mit Natron. Wer eine andere milde Pflanzenseife verwendet, sollte die Menge anfangs vorsichtig wählen und die Konsistenz nach dem Abkühlen prüfen.

Natron oder Soda: für wen sich welche Variante eignet

Natron ist die mildere Wahl. Es löst Fett, macht das Wasser weicher und verhindert dadurch Kalkrückstände auf Gläsern und Besteck – deshalb nennt Smarticular bei hartem Wasser 3 bis 4 Teelöffel, also eher die obere Menge. Soda wirkt schärfer; die Autorin empfiehlt diese Variante nur mit Küchenhandschuhen.

  • Für Natron spricht: Es ist mild, eignet sich für Alltagsgeschirr, Gläser und Besteck und lässt sich auch mit empfindlicher Haut verwenden.
  • Für Natron spricht außerdem: Bei kalkhaltigem Wasser am Standplatz verringert es Kalkflecken, weil es das Wasser weicher macht.
  • Für Soda spricht: Hartnäckiges Fett an Pfannen und Töpfen geht damit schneller ab.
  • Grenze von Soda: Wegen der schärferen Wirkung nur mit Handschuhen verwenden und nicht als Alltagsmischung für jedes Geschirrteil.

Fertiges Spülmittel: wann Kaufen die bessere Wahl ist

Nicht jede Tour braucht eine eigene Mischung. Ein fertiges Spülmittel ist einheitlich dosierbar, enthält einen Konservierungsstoff und muss nicht auf dem Campingkocher angerührt werden. Wer nur am Wochenende spült, hat bis zur Rückkehr kaum etwas von einem 550-Milliliter-Vorrat.

Anders sieht es aus, wenn Sie die Zutaten selbst bestimmen oder auf Duftstoffe empfindlich reagieren wollen: Dann ist das Drei-Zutaten-Rezept die klarere Lösung, weil Sie genau wissen, was in der Flasche ist.

Vorteile

  • Zutaten sind einfache Hausmittel, die sich trocken und lange lagern lassen
  • Sie bestimmen selbst über Duft und Zusätze
  • Natron und Zitronensäure gelten laut Öko-Test als biologisch abbaubar
  • Die leere Spülmittelflasche lässt sich wiederverwenden

Nachteile

  • Kein Konservierungsstoff enthalten, die Mischung ist nur begrenzt haltbar
  • Jede Kernseife geliert anders, die Konsistenz muss eventuell korrigiert werden
  • Die Soda-Variante ist schärfer und nur mit Handschuhen zu empfehlen
  • Unterwegs fehlt manchmal die Möglichkeit, Wasser abzukochen und sauber abzufüllen

Minimal-Lösung für kurze Touren: Seifenstück, Natron und Zitronensäure

Für zwei Tage und vier Teller braucht es keine Flasche. Ein Stück Kernseife, etwas Natron in einem kleinen Schraubglas und eine verdünnte Zitronensäurelösung decken fast alles ab, was unterwegs anfällt.

  • Seife direkt: Den feuchten Schwamm über das Seifenstück streichen und damit abwaschen; das spart Flasche und Packvolumen.
  • Natron als Scheuerhilfe: Auf eingebrannte Stellen etwas Natronpulver geben und mit der Bürste nacharbeiten.
  • Zitronensäure gegen Kalk: Öko-Test nennt Zitronensäure als Kalkentferner; für Gläser mit Kalkrand reicht eine verdünnte Lösung.
  • Getrennt und trocken verpacken: Seife und Natron verklumpen in der feuchten Küchenkiste, wenn sie zusammen liegen.

Welche Bürste zum Geschirr und zu Ihrem Becken passt, lesen Sie im Vergleich der Camping-Spülbürsten.

Empfehlung je Situation

Die Entscheidung fällt leichter, wenn Sie Tourlänge, Geschirrmenge und Wasserhärte zusammen betrachten. Die folgende Übersicht ordnet die vier Varianten typischen Fällen zu.

Empfehlung je Camping-Situation – zusammengestellt aus den Rezeptangaben der genannten Quellen
SituationEmpfehlungWarum
Wochenendtour mit Zelt und faltbarem BeckenSeifenstück plus etwas Natron, kein Flüssigvorratwenig Geschirr, es bleibt nichts übrig, was verderben könnte
Zwei Wochen Wohnmobil mit Familiegekochte Kernseife-Natron-Mischung in einer Flaschedas Rezept ist auf etwa 550 Milliliter und längere Nutzung ausgelegt
Kalkhaltiges Wasser am Standplatzobere Natronmenge, Gläser mit verdünnter Zitronensäure nachwischenNatron macht das Wasser weicher, Zitronensäure löst Kalk
Empfindliche Haut an den Händenfertiges Spülmittel oder EinweghandschuheSoda ist schärfer, selbst gemischte Mittel enthalten keinen Pflegestoff
Stark fettige PfanneSoda-Variante oder Kernseife direkt auf den SchwammSoda und Seife lösen Fett konzentrierter

Im Zweifel gilt: klein anfangen. Setzen Sie zunächst eine kleine Portion an und prüfen Sie, wie die Mischung mit Ihrem Wasser und Ihrem Geschirr zurechtkommt.

Dosieren, aufbewahren und Spülwasser entsorgen

Selbst gemachtes Spülmittel wird wie ein fertiges Mittel dosiert: ein Spritzer ins warme Wasser, bis es leicht schäumt. Weil der Seifenanteil je nach Sorte schwankt, tasten Sie sich besser über den Schaum als über eine feste Milliliterzahl heran. Unterwegs hilft ein Spülmittelspender mit Dosierung, der dicht schließt und nicht in der Kiste ausläuft.

Mit zwei Becken – eines zum Abwaschen, eines zum Klarspülen – brauchen Sie weniger Wasser und weniger Mittel. Wie das gelingt, steht im Beitrag zum Spülwasser sparen beim Camping.

Wichtig ist die Entsorgung: Auch biologisch abbaubares Spülwasser gehört nicht in Wiese, Graben oder Waldboden. Im Wohnmobil sammelt es sich im Tank für Grauwasser und wird an einer Entsorgungsstation abgelassen; was dabei zu beachten ist, erklärt der Beitrag zum Abwaschwasser beim Camping entsorgen.

Nach dem Abwasch lohnt ein kurzer Blick auf Becken und Armatur, denn Seifenreste und Fett setzen sich sonst fest. Wie Sie dabei vorgehen, steht im Ratgeber Camping-Spüle reinigen und pflegen; die vollständige Reihenfolge des Abwaschs beschreibt die Anleitung zum Camping-Abwasch. Wer sein Becken noch auswählen muss, findet Hilfe in der Themenwelt Camping-Spülen & Spülbecken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zutaten mit guter Bilanz

    Natron und Zitronensäure gelten als biologisch abbaubar, Seife wird im Abwasser abgebaut.

  • Drei Zutaten reichen

    Kernseife, Natron und Wasser ergeben ein Spülmittel; ätherisches Öl ist nur für den Duft.

  • Vorrat statt Einzelflasche

    Kernseife und Natron lassen sich trocken lagern und auf mehreren Touren verwenden.

  • Menge an die Wasserhärte anpassen

    Bei hartem Wasser mehr Natron, bei weichem Wasser die untere Menge.

  • Aufwand im Blick

    Der gekochte Ansatz braucht Herd und Rührzeit, die Seifenstück-Lösung für kurze Touren keine Minute.

Häufige Fragen

Kann ich das Spülmittel auch ohne Kochen herstellen?

Ja. Geben Sie alle Zutaten in eine saubere Flasche, verschließen Sie sie gut und schütteln Sie kräftig. Smarticular weist darauf hin, dass es bis zu zwölf Stunden dauern kann, bis sich die Kernseife vollständig gelöst hat; schütteln Sie zwischendurch immer wieder und prüfen Sie die Konsistenz.

Warum wird mein selbst gemachtes Spülmittel zu fest oder zu dünn?

Kernseifen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung, deshalb geliert die Mischung mal stärker, mal schwächer. Bei puddingartiger Konsistenz hilft Wasser und kräftiges Rühren, bei zu dünner Masse mehr Seifenraspel. Setzen Sie zunächst kleine Portionen an, bis Sie die passende Menge für Ihre Seife kennen.

Wie lange hält selbst gemachtes Spülmittel?

Das Rezept von Smarticular ist auf eine Haltbarkeit von mindestens drei Monaten bei Zimmertemperatur ausgelegt. Konservierungsstoffe enthält die Mischung nicht, deshalb sollte die Flasche sauber sein und nicht in der Sonne stehen. Riecht das Mittel ungewöhnlich oder verändert sich die Farbe, entsorgen Sie es.

Ist selbst gemachtes Spülmittel wirklich biologisch abbaubar?

Natron und Zitronensäure gelten als biologisch abbaubar, und auch Seife wird im Abwasser abgebaut. Ob das gesamte Gemisch umweltfreundlich ist, hängt aber an allen Zutaten – ätherische Öle und Duftstoffe sind nicht automatisch unbedenklich. Dosieren Sie deshalb sparsam und entsorgen Sie das Spülwasser ordentlich.

Quellen

  1. Putzmittel selber machen – aus Hausmitteln wie Zitronensäure, Soda & Natron, Öko-Test, abgerufen am
  2. Bio-Spülmittel selber machen aus drei einfachen Zutaten, Smarticular, abgerufen am
  3. Camping Spülmittel [Tipp] aus 3 Zutaten selber machen, takeanadvanture, abgerufen am

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Die Redaktion von CampingAbwasch bereitet Wissen rund um Camping-Geschirrspülen: Ausrüstung und praktische Anleitungen, Faltbare Spülbecken & Camping-Spülen, Camping-Spülmittel & Reiniger verständlich auf.

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